Welche Rolle spielt das Hautmikrobiom für die Hautbarriere?
Das Hautmikrobiom ist die Gemeinschaft aus Mikroorganismen — vor allem Bakterien, dazu Pilze und weitere Kleinstlebewesen —, die natürlicherweise die Hautoberfläche besiedeln. Steht dieses Mikrobiom im Gleichgewicht, unterstützt es die Hautbarriere und ihr saures Milieu und trägt so zur Widerstandskraft der Haut bei.
Was das Hautmikrobiom ist
Auf jedem Quadratzentimeter gesunder Haut leben Millionen von Mikroorganismen. Anders als der Alltagssprachgebrauch von „Bakterien“ nahelegt, sind diese Bewohner kein Makel, sondern ein normaler und nützlicher Teil der Haut. Sie bilden gemeinsam mit der obersten Hautschicht und dem Säureschutzmantel ein zusammenhängendes System.
Zu den typischen Bewohnern zählen verschiedene ortsständige (residente) Bakterienarten, die dauerhaft auf der Haut siedeln, sowie zeitweise vorhandene (transiente) Keime, die von außen dazukommen und wieder verschwinden. Die ortsständige Flora belegt Platz und Nährstoffe und macht es fremden Keimen dadurch schwerer, sich auszubreiten. Man kann sich das Mikrobiom als eine dünne, lebendige Schutzschicht vorstellen, die die mechanische Hautbarriere ergänzt.
Zusammenspiel mit Säureschutzmantel und pH
Die gesunde Hautoberfläche ist leicht sauer: Ihr pH-Wert liegt im Mittel unter 5, üblicherweise im Bereich von etwa 4,7 bis 5,5. Dieses saure Milieu — oft als Säureschutzmantel bezeichnet — entsteht aus Talg, Schweiß und Stoffwechselprodukten der Haut und ihrer Bewohner. Die Haut stellt diesen pH-Wert selbst her und hält ihn selbst aufrecht.
Der leicht saure pH ist für das Mikrobiom von Bedeutung, weil er eine ausgewogene Flora begünstigt: Viele der erwünschten, ortsständigen Bakterien fühlen sich im sauren Bereich wohl, während er die Vermehrung mancher unerwünschter Keime bremst. Saures Milieu und ausgewogenes Mikrobiom bedingen sich also gegenseitig.
Zugleich sind Säureschutzmantel und mechanische Hautbarriere eng verbunden. Die Hautbarriere besteht aus den Hornzellen der obersten Hautschicht und den dazwischenliegenden hauteigenen Fetten (Lipiden); sie hält Feuchtigkeit in der Haut und Fremdstoffe draußen. Ein stabiler, leicht saurer pH unterstützt die Enzyme, die für den geordneten Aufbau dieser Barriere und ihrer Lipidschichten zuständig sind. Barriere, Säureschutzmantel und Mikrobiom bilden damit drei Ebenen desselben Schutzsystems.
Warum das Gleichgewicht wichtig ist
Ein intaktes Mikrobiom und eine intakte Hautbarriere gehören zusammen. Ist die Barriere geordnet und das saure Milieu stabil, findet eine ausgewogene Flora gute Bedingungen — und diese ausgewogene Flora stützt ihrerseits das saure Milieu und die Barriere. Das Zusammenspiel wirkt in beide Richtungen und stabilisiert sich im Idealfall selbst.
Gerät eine der Ebenen aus dem Gleichgewicht, kann das die anderen mitziehen. Verschiebt sich beispielsweise das Verhältnis der Bewohner zueinander, kann die Haut empfindlicher reagieren, zu Spannungsgefühl, Trockenheit oder Rötungen neigen und äußeren Einflüssen weniger entgegensetzen. Gleichgewicht ist hier deshalb kein Nebenaspekt, sondern die eigentliche Grundlage einer widerstandsfähigen Haut.
Was das Gleichgewicht stören kann
Mehrere Alltagsgewohnheiten können die feine Balance aus Mikrobiom, Säureschutzmantel und Barriere belasten:
- Übertriebene oder zu häufige Reinigung: Sie entfernt mit Schmutz auch hauteigene Fette und einen Teil der erwünschten Flora.
- Aggressive oder stark schäumende Reinigungsprodukte: Sie können die oberste Schicht austrocknen und die Barriere durchlässiger machen.
- Häufige Desinfektion der Haut: Sie unterscheidet nicht zwischen erwünschten und unerwünschten Keimen und trifft auch die schützende Flora.
- Stark alkalische (basische) Produkte in zu hoher Dosierung oder Häufigkeit: Sie können das saure Milieu vorübergehend verschieben; die gesunde Haut gleicht kleine Verschiebungen zwar selbst wieder aus, dauerhafte Überforderung sollte man ihr aber ersparen.
- Überpflegung: Zu viele Produkte, zu viele Wirkstoffe gleichzeitig oder ständig wechselnde Routinen können die Haut mehr belasten als unterstützen.
Der gemeinsame Nenner ist ein Zuviel — an Reibung, an Reinigung, an Wirkstoffen. Die Haut braucht in aller Regel weniger Eingriff, nicht mehr.
Wie man das Gleichgewicht schonend unterstützt
Das Ziel ist nicht, das Mikrobiom aktiv zu „behandeln“, sondern der Haut die Bedingungen zu lassen, unter denen sie ihr Gleichgewicht selbst hält:
- Milde Reinigung: sanft, nur so oft wie nötig, mit gut verträglichen Produkten, die die Haut nicht auslaugen.
- Zurückhaltende Pflege: eine überschaubare, gleichbleibende Routine statt vieler wechselnder Produkte.
- Der Haut Zeit lassen: Nach Belastung — etwa nach Reisen, Kälte oder einer Phase mit zu viel Reinigung — braucht die Haut Ruhe, um ihre Barriere und ihre Flora wieder ins Gleichgewicht zu bringen.
- Auf Signale achten: Spannungsgefühl, Trockenheit oder Empfindlichkeit sind Hinweise, die Routine eher zu vereinfachen als zu erweitern.
Weniger, aber Passendes und Regelmäßiges unterstützt die Haut meist mehr als ein volles Regal.
Der Lubana-Ansatz
Lubana arbeitet mit naturbasierter, basischer Pflege mit einem basischen pH-Wert von 7,6. Sie ist darauf ausgelegt, das Gleichgewicht und die Regeneration der Hautbarriere zu unterstützen — zurückhaltend formuliert, seit über 15 Jahren, in der Apotheke erhältlich.
Quellen
- Lambers H, Piessens S, Bloem A, Pronk H, Finkel P. Natural skin surface pH is on average below 5, which is beneficial for its resident flora. Int J Cosmet Sci. 2006;28(5):359–370.
- Proksch E, Brandner JM, Jensen J-M. The skin: an indispensable barrier. Exp Dermatol. 2008;17(12):1063–1072.
Lubana — inhabergeführte Naturkosmetik, seit 2009, NCS- und ECO-Control-zertifiziert.